Auswirkungen der Abgeltungssteuer

Hintergrund

Seit Jahren besteht starker internationaler Druck auf die Schweiz aufgrund der in unserem Land geltenden Steuerpraxis. Die schweizerische Bankiervereinigung hat als Massnahme zusammen mit der Schweizer Regierung im Jahre 2009 eine Finanzplatzstrategie erarbeitet, um diesen Druck zu entschärfen. Diese sieht die Konzentration auf versteuerte Vermögen vor. Der Schutz der Privatsphäre soll für die Kunden weiterhin gewährleistet sein. Die existierenden unversteuerten Vermögen sollen regularisiert werden.

 

Steuerabkommen mit Deutschland und Grossbritannien

Im September resp. Oktober 2011 wurden entsprechende Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland resp. Grossbritannien unterzeichnet. Beide Abkommen sollen Anfang 2013 in Kraft treten. Zudem sind neben den unterzeichneten Abkommen offenbar Verhandlungen mit weiteren Ländern im Gange.


Die Abkommen regeln die Einmalzahlungen zur Regularisierung und Nachversteuerung bisheriger unversteuerter Vermögenswerte. Für die Bestimmung des anwendbaren Steuersatzes sind die Steuersysteme der jeweiligen Partnerländer ausschlaggebend. Neben einer anonymen Einmalzahlung haben die Kunden die Möglichkeit, ihre Vermögenswerte offenzulegen.


Auf Kapitalerträgen und –gewinnen wird künftig jeweils eine Abgeltungssteuer erhoben. Auch hier richten sich die Steuersätze nach den Steuersystemen der Partnerländer. Die Möglichkeit die Vermögenswerte in Zukunft offenzulegen besteht ebenfalls. Ändern sich die relevanten Steuersätze in den Steuersystemen der Partnerländer, müssen diese für die Erhebung durch die Schweizer Zahlenstellen angepasst werden.

 

Signifikante Auswirkungen auf Bankfachprozesse und -systeme

Die Auswirkungen auf Prozesse und Systeme der betroffenen Banken sind signifikant. Für die Umsetzung der Abkommen müssen von den Bankkunden zusätzliche Informationen eingeholt werden. Die Verfügbarkeit und Qualität der verwendeten Daten sind für die Berechnungen entscheidend.


Für die künftige Abgeltung von Kapitalgewinnen und –erträgen müssen diese auf Relevanz und Handhabung überprüft werden. Getätigte Transaktionen sowie realisierte Gewinne und Verluste müssen für eine spätere Verrechnung fortan gespeichert werden. Weiterführende Fragestellungen wie die Aufbereitung von Informationen beim Übertrag von Vermögenswerten oder die eindeutige Identifikation der betroffenen Personen müssen beantwortet werden. Diverse Spezialfälle gilt es zu berücksichtigen. Auch die Berechnung der Einmalzahlungen birgt grössere Herausforderungen, da die entsprechenden Vermögensketten lückenlos gebildet werden müssen.

 

Die nachfolgende Grafik gibt eine Übersicht der zu berücksichtigenden Abhängigkeiten.

 

 

Ungeachtet der Systemlandschaft innerhalb einer betroffenen Bank müssen die Weichen jetzt gestellt werden. Es gilt die Auswirkungen sorgfältig zu analysieren und notwendige Aktivitäten aufzuplanen. Die Definition und Wahl der optimalen Strategie ist ein Kernfaktor für die Etablierung einer zukunftsorientierten und effizienten Lösung zur Handhabung der Abgeltungssteuer.

 

Dienstleistungen der Soranus AG

Durch langjährige Erfahrung und umfassende Kenntnisse von Banksystemen und Produkten verfügt die Soranus AG über die passenden Kompetenzen, um auch in diesem Thema ein perfektes Zusammenspiel zu etablieren. Wir verfügen über die notwendige Business Analyse-Methodik, um Kunden bei der Analyse und Beschreibung einer optimalen Lösung zu unterstützen. Durch unser ausgewiesenes Projektmanagement Know-how sind wir in der Lage, dieses herausfordernde Vorhaben professionell zu leiten. Mit unseren zertifizierten Testing-Kompetenzen können wir einen zentralen Beitrag an die Qualität der Lösung liefern.


Zudem sind wir in Partnerschaft mit dem Produktanbieter OBS – Die Software GmbH, welcher über eine Tax Engine zur Berechnung der Abgeltungssteuer sowie sämtlichen weiteren relevanten Steuerarten verfügt.